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Rundgang mit dem Nachtwächter in Alsfeld
Der Landfrauenverein Gründchen hatte eingeladen zu einem abendlichen Rundgang mit dem Nachtwächter durch den historischen Stadtkern von Alsfeld. Eine gute Gruppe war der Einladung gefolgt und das Ereignis fand statt.
Treffpunkt war das Rathaus, wo die Teilnehmer vom Stadtschreiber mit launischen Worten begrüßt wurden. Hier fand auch die Alsfelder Elle - am Rathaus angebracht - Erwähnung, die in früheren Zeiten für das Marktgeschehen eine wichtige Rolle übernahm. Bald kam der Nachtwächter dazu, der zunächst bewegt werden musste, seinen Rundgang mit den Landfrauen fortzusetzen. Auch Frau Elsbeth ließ es sich nicht nehmen, mitzugehen, die inzwischen rein zufällig eingetroffen war. Selbstverständlich waren alle Akteure in historischen Gewändern, der Nachtwächter mit Lampe, Helebarde und kleinem Horn zum Ankündigen der Zeit.
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Die Akteure in historischen Gewändern mit den Grebenauer Landfrauen |
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Höhepunkte im Stadtkern wurden nun gemeinsam aufgesucht. Die Walpurgiskirche, das Gebeinshaus, alte Brunnen, wo die Alsfelder Babies im Mittelalter vom Storch abgelegt wurden, der auf dem Leonhardsturm - auch Storchennest genannt - sein Nest hatte, und weitere markante Gebäude. Gern gesehen war auch Frau Marie, die sich der Gruppe anschloss, hielt sie doch in ihrem Korb für alle einen guten Tropfen bereit. Beim Gebeinshaus kam noch der Totengräber mit Schaufel und entsprechender Aufmachung hinzu, der die Besucher erst mal kräftig erschreckte.
Von allen wurden teils schaurige Geschichten aus der Vergangenheit erzählt, wie die Einbuchtung von Verbrechern aber auch von schwierigen Schülern der ehemaligen Lateinschule in den Karzer bei der Walpurgiskirche oder die Verwahrung von Verbrechern, die in den Leonhardsturm durch eine nur 55 cm breite Öffnung runtergelassen wurden und dort wohl öfters den Tod fanden. Wieder am Marktplatz angekommen wurde einer der Landmänner am Pranger angekettet und sollte vom Henker seine Strafe für begangenen Diebstahl bekommen. Im letzten Moment wurde er von seiner Frau noch ausgelöst.
Der Rundgang fand im alten Gewölbe eines Weinkellers mit einem Imbiss sein Ende. Mit der Gewissheit viel Interessantes von der Geschichte Alsfelds gehört und gesehen zu haben, saßen die Landfrauen noch gemütlich zusammen. Ein Dankeschön wurde den Akteuren der Marktspielgruppe gesagt, die ihre Sache sehr gut gemacht hatten. |