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Gemeinsam alle Höhen und Tiefen des Lebens gemeistert - Eheleute Weidlich feiern Eiserne Hochzeit in Schwarz
Als sie sich Mitte August 1942 im Sudetenland das Jawort gaben, haben Rudolf und Hilde Weidlich geb. Klos sicherlich nicht daran gedacht, dass sie 65 Jahre später in Schwarz das sehr seltene Fest der Eisernen Hochzeit feiern dürfen. In diesen 65 Jahren haben die beiden vieles erlebt und die ereignisreichen Weltgeschehnisse haben ihr persönliches Leben oft hart tangiert. Bürgermeister Jürgen Ackermann und der 1. Kreisbeigeordnete Gerhard Ruhl ließen bei ihrem Gratulationsbesuch, bei dem auch die Glückwünsche des Bundespräsidenten übermittelt wurden, gemeinsam mit dem Jubelpaar das Leben des Paares Revue passieren.
Kenngelernt hatten sich die beiden 1940 in Neutitschein im Sudetenland, wo Rudolf Weidlich mit dem Musikzug, bei dem er im Rahmen seines Arbeitsdienstes spielte, ein Konzert gab. Nach der Hochzeit folgte Frau Weidlich ihrem Mann nach Wien, wo der Musikzug zwei Jahre stationiert war. Als ihr Mann wiederum versetzt wurde, kehrte sie zu ihren Schwiegereltern nach Graslitz bei Karlsbad zurück. Hier wurde im Februar 1945 der erste gemeinsame Sohn geboren. Kurz darauf wurde Herr Weidlich - im bereits zu Ende gehenden Kriegsgeschehen - noch eingezogen und sein Musikzug aufgelöst. Er kam in russische Gefangenschaft und wurde in ein Lager in Russland abtransportiert. Auch dort half ihm die grenzenüberwindende Musik. Durch seine musikalischen Auftritte, mit denen er die russischen Soldaten, insbesondere einen russischen Offzier beeindruckte, gelang es ihm, eine schlimme Zeit, in der viele seine Kameraden starben, zu überleben. Als dieses Lager aufgelöst wurde und er in ein anderes Lager überführt wurde, folgte auch für ihn eine harte Zeit. Schwerkrank konnte er jedoch 1947 wieder nach Deutschland zurückkehren. Hier begann nun die Suche nach seiner Familie. In Windhausen fanden alle wieder zueinander. Komplettiert wurde die junge Familie 1949 durch die Geburt des zweiten Sohnes. Gemeinsam bauten der gelernte Porzellanmacher und die Schneiderin ein Geschäft mit Strickwaren und Karlsbader Oblaten auf und boten ihre Waren auf vielen Märkten an. Sie lebten zunächst in Leusel und bauten sich später mit eigener Tatkraft in Darmstadt ein Haus. In den 60er Jahren kehrten sie in den Vogelsberg zurück und kauften sich in Schwarz einen Bauplatz, wo sie heute ihren wohlverdienten Ruhestand verbringen. Nach Eintritt in den Ruhestand begann für Herrn Weidlich ein neuer Lebensabschnitt. Er entdeckte das Laufen für sich. Zahlreiche Pokale zeugen von den vielen Marathonläufen im In- und Ausland, an denen er im Laufe der Jahre erfolgreich teilgenommen hat. Seine Ehefrau lief zeitweise ebenfalls u.a. in England und Rumänien mit. Auch Bürgermeister Jürgen Ackermann erinnert sich mit dem Jubilar gerne an gemeinsame Läufe. So liefen die beiden in den 90er Jahren zusammen am Schwarzenbach in Grebenau und ein Jahr später am Antrifttalstausee. Aufgrund seiner Sehbehinderung musste Herr Weidlich leider inzwischen das Laufen aufgeben, doch gemeinsam bleiben den Eheleuten die vielen Erinnerungen und die Zuversicht, die sie mit ihrem Engagement vielen anderen älteren Menschen schenken konnten.
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