Energiepflanzen naturverträglich anbauen

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Der Umweltbeauftragte der Stadt Grebenau, Forstamtsrat Arno Eifert informiert:

Biomasse: Der Mix macht’s! - Energiepflanzen naturverträglich anbauen

Der Anbau von Energiepflanzen bietet in Deutschland neue ökonomische Perspektiven für den ländlichen Raum.
Holz-/Hackschnitzelheizungen, Solar-/Photovoltaiktechnik und Biogasanlagen werden staatlich gefördert. Energie aus Biomasse boomt. Fossile Brennstoffe wie Öl und Gas sind in ihrem Vorkommen begrenzt.
MaisZur Erschließung klimaschonender Energiequellen hat Deutschland mit dem Erneuerbare-Energien-Gesetz und der Steuerbefreiung für Biokraftstoffe ein klares Zeichen für die Nutzung des Biomassenpotenzials in der Landwirtschaft gesetzt. Insbesondere der Bonus, der für nachwachsende Rohstoffe in Biogasanlagen bezahlt wird, hat die Ackerflächennutzung bereits in kürzester Zeit entscheidend geprägt. So stieg innerhalb von nur drei Vegetationsperioden die Anbaufläche entsprechender Energiepflanzen um das zwanzigfache. Allein die Energiemaisfläche hat sich von 2005 auf 2006 mehr als verdoppelt.
In einigen Regionen wurden die Pachtpreise aufgrund der entstandenen Nutzungskonkurrenz bis zur Wirtschaftlichkeitsgrenze angehoben. Dadurch konzentriert sich der Anbau nachwachsender Rohstoffe weiterhin auf die energie- und ertragreichsten Pflanzen Mais, Raps und Grünroggen. Ethische und energetische Argumente über das Für und Wider der Getreideverbrennung möchte ich an dieser Stelle nicht ansprechen. 2006 wurden für den Energiepflanzenanbau zur Verwertung in Biogasanlagen oder als Biokraftstoff 1,6 Millionen Hektar oder umgerechnet 13 Prozent der gesamten Ackerfläche genutzt, davon allein 1,1 Millionen Hektar für den Rapsanbau. RapsfeldEnde 2006 gab es 3500 Biogasanlagen, die Anlagenleistung hat sich gegenüber dem Vorjahr um 70 Prozent erhöht.
Während früher vorwiegend Reste und Gülle verwertet wurden, verarbeiten heute mehr als 90 Prozent der Anlagen Mais. Der Grund: Mais bringt den größten Methanertrag und damit den größten Gewinn. Während Strom aus Reststoffen mit maximal 11,5 Cent pro Kilowattstunde vergütet wird, erhalten nachwachsende Rohstoffe wie Mais einen zusätzlichen Bonus von 6 Cent – und das für 20 Jahre.
Andere Rohstoffe und Energiepflanzen spielen bislang nur eine nachgeordnete Rolle, dabei wären Mischkulturen aus Luzerne und Sonnenblume interessante Alternativen. Die Auswirkungen dieser Entwicklung erstrecken sich von einer abnehmenden Akzeptanz der Biomasseanlagen seitens der Anwohner bis hin zu einer negativen Verengung der Fruchtfolge. Deshalb werden zunehmend auch Stilllegungsflächen und weniger ertragreiche Flächen sowie extensiv bewirtschaftetes Grünland für den Biomasseanbau genutzt. Fernerhin hat die Flächenkonkurrenz zwischen Lebensmittel- und Energieerzeugung Auswirkungen auf die Pachtpreise, wodurch Agrarumweltprogramme an Attraktivität verlieren und der Druck auf Naturschutzflächen steigt. Lukrative Anreize werden weiter dazu führen, dass der Maisanbau forciert und Grünland umgebrochen wird. Der daraus resultierende Nitrataustrag führt zu einer erhöhten Grundwasserbelastung.
Beim Anbau von zwei Kulturen in einem Jahr - etwa Mais und Grünroggen – erfolgt die erste Ernte zudem zur wichtigsten Vermehrungszeit vieler Tiere und Pflanzen Anfang Juni.
ElefantengrasDies kann Verluste bei Bodenbrütern wie der Feldlerche und beim Niederwild zur Folge haben sowie die Wildschadensproblematik verschärfen. Wir brauchen eine vielfältige Kulturlandschaft als Lebens- und Rückzugsraum für Flora und Fauna. Der vieldiskutierte Anbau von Schilfgras („Elefantengras“) birgt neue Chancen und Risiken.
Fakt ist: nachwachsende Rohstoffe können einen entscheidenden Beitrag für eine Klima- und umweltverträgliche Energiepolitik leisten.
Um eine Überbeanspruchung der Naturräume zu vermeiden muss die Nutzung von nachwachsenden Rohstoffen und Energiepflanzen innerhalb einer nachhaltigen, naturverträglichen Land- und Forstwirtschaft erfolgen.
Die ökologisch ausgerichtete Produktion von Bioenergie ist eine lebenswichtige Zukunftsaufgabe, dazu gehört der Verzicht auf großflächige Reinkulturen, Gentechnik und Grünlandumbruch.

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