|
Grebenau: Stadt stellt auf kaufmännische Buchführung um - Zusammenarbeit mit kommunalen Unternehmen – Erste Bilanz 2009
GREBENAU(r.) Viel Geld wird die vom Landesgesetzgeber verordnete Umstellung auf die kaufmännische Buchung (DOPPIK – doppelte Buchung in Konten) die Gründchengemeinde kosten, für rund 140.000 € müssen in den nächsten Monaten und Jahren umfangreiche Umstellungen auf dem Weg zur Eröffnungsbilanz erfolgen. Wie Bürgermeister Jürgen Ackermann gegenüber unserer Zeitung berichtete, habe der Magistrat nach Grundsatzbeschlüssen der Stadtverordnetenversammlung sich für die Zusammenarbeit mit der ovag, der Kommunalen Informationsverarbeitung Gießen (KIV) und der ADN Consulting in Pohlheim entschieden, dies insbesondere deshalb, weil von den künftigen Partnern bereits zwei in langjährigem kommunalen Kontakt mit den Vogelsberggemeinden stehen. Teuerste Anschaffung ist die so genannte automatisierte Liegenschaftskarte (ALK), die vom Amt für Bodenmanagement in Fulda bezogen werden muss und über 70.000 € „verschlinge“. „Wir sind die einzige Gemeinde im weiten Umkreis, die die ALK noch nicht hat.“ Bereits vor über 10 Jahre hatte der Grebenauer Rathauschef einen Vorstoß zu Anschaffung der elektronischen Datenbank gemacht, weil zur damaligen Zeit auch die Mitfinanzierung durch Bund und Land möglich gewesen wäre, „aber schließlich haben Magistrat und Parlament auf eine Beschaffung verzichtet.
|
Veraltete Technik – in den nächsten Monaten wird die Verwaltung „kaufmännisch angepasst“ |
|
Nunmehr sei eine zeitliche Vorgabe bis 2009 bindend, verschiedene Schritte wie doppischer Jahresabschluss, Unterstützung beim Haushaltsvollzug, Eröffnungsbilanz, Budgetierung von Produkten, Strukturierung von Teilhaushalten, Vermögensbewertung und Vermögenserfassung müssten in Zusammenarbeit mit den aufgeführten Partnern gegangen werden. Das Ziel sei eine Bilanz, die auf der aktiven Seite das Anlage- und Umlaufvermögen darstelle, während die Passiva das Eigenkapital, Sonderposten und Verbindlichkeiten aufweise. „Wir müssen in großen Schritten die Inventarisierung, technische Wertermittlung, Auswertung und Zuordnung unseres gesamten Vermögens vornehmen“. Dabei werde man sich des Konzeptes der ovag, KIV und ADN bedienen, die auch von anderen Gemeinden des Kreises, abgestimmt mit der Revision, bereits in Auftrag gegeben worden seien. „Hilfreich ist auch die von der DOPPIK-Kommission in Zusammenarbeit mit der Fachhochschule Fulda ermittelte Inventarisierung von Bauhof und Kindergarten“, machte Bürgermeister Jürgen Ackermann gegenüber unserer Zeitung deutlich. Dadurch könne man in diesen Bereichen auf wertvolle Erkenntnisse aufsetzen, die auch Kosten einsparen helfen.
Am Ende, so der Grebenauer Bürgermeister, sei die gesamte Verwaltung in ein anderes, transparenteres System übergeleitet, dass es Bürgern und Mandatsträgern erlaube, mit wesentlich detaillierten Informationen Entscheidungen zu treffen. „ Dies führt sicher auch zu nachvollziehbaren Beschlüssen und deren teilweise weit reichenden Konsequenzen“. |