Die ärztliche Versorgung ist in Gefahr!

Direkt zum
Monat

1

2

3

4

5

6

7

8

9

10

11

12

Info Magazin <> Monat <> Vorheriger Artikel <> Nächster Artikel

Grebenau: „Die Zukunft der ärztlichen Versorgung ist in Gefahr!“ Vortrag von Dr. Burckhardt Dietz-Magel in Gaststätte „Reidt“ – Gesundheitskarte birgt auch Gefahren

GREBENAU(r.) Nachdem der Bundestag endgültig die Gesundheitsreform verabschiedet hat, wird es für den ländlichen Raum eng, dies jedenfalls ist die Ansicht des praktizierenden Hausarztes Dr. Burckhardt Dietz-Magel, der in einem hochkarätigen Vortrag in der Gaststätte „Reidt“ den Zuhörern, darunter die Ausschussvorsitzende Anette Ackermann und Gerd-Dieter Kaiser, die Risiken der Gesundheitsreform darlegte. Der seit 26 Jahren praktizierende Hausarzt, nebenher auch berufspolitisch in zahlreichen Organisationen engagiert, machte deutlich: „Die Zukunft der ärztlichen Versorgung ist in Gefahr!“. An zahlreichen Beispielen belegte der Mediziner einerseits die Inkompetenz der Gesundheitspolitiker, aber auch die Ineffizienz des Systems. Die Budgetierung, bei Heil- und Arzneimitteln, auch beim Honorar führe zu Kuriositäten, die man nicht mehr hinnehmen könne. „Für die Aushändigung eines Rezeptes der Krankengymnastik sind 16 einzelne Arbeitsschritte notwendig.“ Dies habe in den letzten Jahren zu einer Überbordung der ärztlichen Bürokratie geführt, nicht der Patient stehe im Mittelpunkt der Gesundheitspolitik, sondern Abrechnungs- und Einsparungssysteme, zahllose Verflechtungen zwischen den Akteuren wie Krankenkasse, Ministerien oder Pharmaverbänden führten zu undurchsichtigen Konsequenzen in der täglichen Arbeit.

320DietzMagelLetztlich könne wegen der Gesundheitsreform die Garantie für flächendeckende medizinische Versorgung nicht mehr gehalten werden. Junge Kolleginnen und Kollegen, die auf Kosten der Steuerzahler zu Medizinern ausgebildet würden, übten den Beruf als Arzt nur noch zu 40 % aus, die „Flucht aus Deutschland“ sei enorm gestiegen, deutschsprachige Nachbarländer nähmen die qualifizierten Kräfte „mit Kusshand auf.“ Die Existenzgründung sei gleichfalls unmöglich, Ärzte erhielten fast keine berufsbezogenen Kredite, könnten also die enormen Anfangskosten nicht mehr finanzieren. „Ich kenne im Vogelsbergkreis einige Kollegen, die seit Jahren einen Nachfolger für ihre Hausarztpraxis suchen.“

Auch in einem anderen Punkt ließ der Referent „kein gutes Haar“ an der Gesundheitspolitik, die elektronische Gesundheitskarte (egK) führe zu einer nicht gewollten digitalen Überwachung, Daten würden zentral gespeichert und ausgewertet, ein normales Rezept könne erst nach mehreren technischen Schritten über einen Server „frei geschaltet“ werden, dies blockiere die Arbeit der Ärzte und Apotheker ungemein. Die Krankenkassen hätten in Zukunft alle personenbezogenen Daten der Patienten, Auswertungen und Einschränkungen wären die Folge. Dr. Dietz-Magel: „Ich kann meinen Patienten nur empfehlen, sich gegen diese Art der Kontrolle zu wehren, weder Lichtbild noch Datenspeicherung können gegen den Willen des Versicherten eingesetzt werden.“

Zum Abschluss dankte Bürgermeister Jürgen Ackermann mit einem kleinen Geschenk dem Referenten, auch Fragen und Diskussionsbeiträge folgten dem Vortrag. Das Eingangsstatement von Dr. Dietz-Magel prangte als Folie auf der Leinwand und wurde zum Leitthema des Abends: Quo vadis, Gesundheitsreform?

Nach oben

Seitengestaltung und Redaktion - Heinz-Wilhelm Becker - h-w@hwb58.com

E-Mail-Benachrichtigung: Wenn Sie immer über das Erscheinen der neuesten Ausgabe informiert werden möchten, dann melden Sie sich für unseren
E-Mail Service an.

Anregungen, Tipps und Wünsche richten Sie bitte an den Internetredakteur:
(Beachten Sie die Rechtshinweise zur Benutzung dieser Site)
E-Mail: h-w@hwb58.com
 

Für eine optimale Darstellung der Seite sollten Sie eine Auflösung von mindestens 1024 x 768 Bildpunkten eingestellt haben.