|
Johannes Becker feierte 95. Geburtstag
„Wenn man alles zu Buch bringen würde, was ich in meinen 95. Lebensjahren erlebt habe, dann würden die Seiten eines Buches dafür nicht ausreichen“, reflektierte Johannes Becker aus Wallersdorf an seinem 95. Geburtstag, den er am gestrigen Donnerstag im Kreise seiner Familie, darunter vier Enkel und sieben Urenkel, feiern konnte. Als ältester Einwohner seiner Heimatgemeinde Wallersdorf hatte der immer noch sehr aktive Jubilar viele Ereignisse aus der geschichtsträchtigen Vergangenheit zu berichten. So schilderte er die Zeit zwischen den Weltkriegen und erzählte von seinen Erlebnissen im 2. Weltkrieg, in dem er verwundet wurde und die Härte der russischen Kriegsgefangenschaft erleben musste. Als schwerkranker Mann konnte er im Herbst 1945 wieder zu seiner Ehefrau Marie, der er im Juni 1939 das Jawort gegeben hatte, und zu seiner 1940 geborenen Tochter zurückkehren. Obwohl es lange dauerte bis er sich gesundheitlich erholte, war seine Familie doch überglücklich, dass er den Krieg überlebt hatte. Als es seine Gesundheit zuließ, nahm er seine Tätigkeit im heimischen Forst, die er bereits vor dem Krieg ausgeübt hatte, wieder auf. 1949 wurde die Familie durch die Geburt des Sohnes Ewald komplettiert. Gemeinsam erlebten die Eheleute in den folgenden Jahrzehnten die gesellschaftlichen Veränderungen und die technischen Errungenschaften. 1987 verstarb Frau Becker und der Jubilar verbringt nun seinen Lebensabend in der Familie seines Sohnes am Rande von Wallersdorf. Bei Spaziergängen durch die heimischen Wälder lässt er immer noch gerne die Vielfalt der Natur auf sich wirken und bei einem guten Buch genießt er ungemütliche Herbst- und Wintertage. Samstags unternimmt er auch mal gerne mit seinem Auto einen Ausflug zur Burg Herzberg, um bei einer Tasse Kaffee die Kulturdenkmäler unserer Region zu ergründen. Doch nicht nur für historischen Ereignisse interessiert sich Herr Becker. Auch über das aktuelle Weltgeschehen lässt sich gut mit ihm diskutieren und am Dorfgeschehen nimmt er immer noch regen Anteil Aus dem aktiven Vereinsleben hat er sich jedoch inzwischen zurückgezogen. Im Wallersdorfer Schützenverein, den er mitbegründete, und in der örtlichen Feuerwehr wurde er vor geraumer Zeit zum Ehrenmitglied ernannt. Die Vereinsvertreter sowie zahlreiche Gratulanten aus dem Dorf ließen es sich nicht nehmen, die Glückwünsche zu diesem besonderen Geburtstag persönlich zu überbringen. Bürgermeister Jürgen Ackermann konnte krankheitsbedingt leider nicht selber in den Kirchenpfad kommen, und so gratulierte Ortsvorsteher Gerd-Dieter Kaiser im Namen der städtischen Gremien. Abgerundet wurde der Festtag durch das gelungene Ständchen des Posaunenchores.
|