Risiko beim Sammeln von Bärlauch

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Verbraucherschutzministerium weist auf Gefahren beim Sammeln von Bärlauch hin – Gründliches Waschen hilft Risiko durch Fuchsbandwurm zu verringern

Bärlauch erfreut sich als milder Knoblauchersatz einer stetig steigenden Beliebtheit. Beim Sammeln von wild wachsendem Bärlauch ist aber Vorsicht geboten. An den Bärlauchblättern können die Eier des Kleinen Fuchsbandwurmes haften bleiben und der Bärlauch sieht den giftigen Blättern der Herbstzeitlosen oder des Maiglöckchens sehr ähnlich.

360BaerlauchDie Eier des Kleinen Fuchsbandwurmes sind nicht mit dem bloßen Auge erkennbar. Der Fuchsbandwurm ist ein zwei bis drei Millimeter großer Parasit, der sich seit den neunziger Jahren vermehrt ausbreitet und mittlerweile überall in Deutschland über den Kot von Füchsen übertragen wird.

Um das Infektionsrisiko zu verringern, sollte Bärlauch, aber auch Waldfrüchte wie Beeren, Kräuter, Pilze immer unter fließendem Wasser gründlich gewaschen werden. Da Füchse immer mehr in den Siedlungsbereich des Menschen vordringen, gilt Gleiches auch bei der Ernte von Erzeugnissen aus Gärten in wald- und feldnaher Lage sowie für Gemüse aus Freilandkulturen und Fallobst.

In Hessen sind regional durchschnittlich 30 bis 40 Prozent der Füchse infiziert, regional unterschiedlich verteilt. In Bayern sind es zum Vergleich zwischen 40 und 50 Prozent der Füchse und auf der Schwäbischen Alb in Baden-Württemberg über 70 Prozent.

Neben der Gefahr durch den Fuchsbandwurm sind die Bärlauchblätter auch leicht mit den giftigen Blättern von Herbstzeitlosen und Maiglöckchen verwechselbar. Herbstzeitlose und Maiglöckchen treten zur gleichen Jahreszeit wie Bärlauch auf, und die drei Pflanzen wachsen oft auf gleichen Stellen. Bärlauch ist vor allem durch seinen typischen Knoblauchgeruch nach Zerreiben der Blätter erkennbar.
Hintergrund:
Beim Menschen ist ein Befall durch den Kleinen Fuchsbandwurm sehr selten, in einem solchen Fall aber lebensgefährlich. Das Verhältnis von Infizierung und tatsächlicher Erkrankung liegt beim Menschen etwa bei zehn zu eins. Die Infektion verläuft beim Menschen zunächst schmerz- und beschwerdefrei. Der Erreger befällt unbemerkt die Leber, in der sich die Larven des Bandwurms entwickeln. Manchmal werden auch die Lunge oder das Gehirn befallen. Die Larven wachsen sehr langsam und zerstören tumorartig das Organ. Zwischen Infektion und den ersten Symptomen können mehr als zehn Jahre liegen.

Das gründliche Waschen kann nach derzeitigem Kenntnisstand das Infektionsrisiko verringern. Am sichersten ist es, die Lebensmittel über 60 Grad zu erhitzen, also kochen, braten oder backen. Tieffrieren, Desinfektion oder das Einlegen in Alkohol töten den Erreger nicht ab. Erst bei einer Temperatur von -80°C wird er unschädlich gemacht.

Auch hygienischer Umgang mit Haustieren ist besonders wichtig, wenn Hund und Katze gerne streunen, Mäuse jagen oder im Wald ausgeführt werden. Nach jedem Streicheln gründlich Hände waschen und regelmäßig vom Tierarzt entwurmen lassen.

Wie unterscheiden Sie die Blätter?
Die Blätter des Bärlauchs sind gestielt und riechen deutlich nach Knoblauch. Es ist empfehlenswert, ein Stück zu zerreiben vor der Geruchsprobe. Die Blätter der Herbstbstzeitlose sind ungestielt, lanzettlich und geruchlos. Maiglöckchenblätter sind wie Bärlauch gestielt und wachsen häufig gemeinsam mit diesem an einem Standort. Den Maiglöckchenblättern fehlt der knoblauchartige Geruch des Bärlauchs.

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