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Grebenau: 2020 nur noch 2.500 Einwohner - Regionalplan Mittelhessen zur Anhörung - Weitreichende Folgen des demografischen Wandels
GREBENAU(r.) „Die Bevölkerung Mittelhessens wird bis 2020 voraussichtlich um rund 20.000 Einwohner abnehmen.“ Diese grundsätzliche Aussage beinhaltet der Entwurf des Regionalplans Mittelhessen, der derzeit für die Anhörung 2006 in den Fachgremien der Regionalversammlung beraten wird, Grundlage für Grebenaus Bürgermeister Jürgen Ackermann, selbst Mitglied im Hauptausschuss, für sein Städtchen die Zahlen etwas genauer anzusehen.
Während in Südhessen ein prognostizierter Zuwachs von 2 % erwartet werde, sähen die Zahlen für Nordhessen, zu denen auch der Vogelsbergkreis zähle, wesentlich schlechter aus. „Hier geht man von einem 5 %igen Rückgang aus.“ „Noch stärkere Bevölkerungsverluste, mit einer weiteren Überalterung der Bevölkerung, sind für die Zeit nach 2020 bis 2050 prognostiziert.“ Auch Grebenau bliebe von dem Rückgang nicht verschont, 2.800 Einwohnern stünden 2020 nur 2.550 gegenüber, ein Rückgang von 7 %, der nur noch von Schwalmtal (10 %) und Freiensteinau (11%) übertroffen werde.
Die Folgen den demografischen Wandels liegen nach Ansicht des Grebenauer Bürgermeisters auf der Hand: Überalterung der Bevölkerung, Abnahme von Kindern, Schülern und Studenten, Zunahme pflegebedürftiger Menschen und Abnahme der Steuer-, Beitrags- und Gebührenzahler. Aber auch in anderen Bereichen werde man den Bevölkerungsrückgang spüren: Zunahme der Rentenbezieher, Bedarfsverschiebungen in der kommunalen Infrastruktur, Abnahme an Arbeitsplätzen in der Region, Wohnungsüberangebot und Leerstände. „Teilweise können wir bereits heute die ersten Anzeichen einer sich verschärfenden Entwicklung beobachten,“ legte Ackermann seine Darstellung gegenüber unserer Zeitung dar.
Nun frage man sich natürlich, ob kommunale Handlungsmöglichkeiten zum demografischen Wandel erkennbar seien. Hier seien in erster Linie zu nennen: Kinderfreundliche, familienorientierte Maßnahmen, Erhöhung der Standortattraktivität, Senkung kommunaler Fixkosten. „Es dürfte allerdings kaum möglich sein, beispielsweise die Gebühren für Kindergärten zu senken, wenn wegen des demografischen Wandels die Haushaltskassen ständig leerer werden,“, machte Jürgen Ackermann den Konflikt städtischer Kämmerer klar.
So bleibe nur, mit Augenmaß auf die kommenden Probleme zu reagieren und eine vernünftige Finanz-, Wirtschafts- und Familienpolitik zu betreiben. „Dies wird zu einer großen Aufgabe aller Vogelsberggemeinden werden.“
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